Nox – ein Gedicht über nächtliches Irrlicht

Im Rahmen unseres Mediendesign-Kurses kam mein kleiner Kurzfilm „Nox“ (lateinisch für Nacht) zustande, ein zwielichtiger 3-Minüter über das Tricksen und Necken von Irrlichtern, die nach Sonnenuntergang die Straßen unsicher machen. Um das visuelle Geschehen etwas zu untermalen – siehe Entwürfe der Phantome im Titel – schrieb ich dieses Gedicht. Enjoy!

NOX


Einst der Nächte Mantel stieg, zaghaft dünne Finger hebend,
über Horizont und Auen, spähend ob des Lichts und Leben.
In jenem magischen Moment, wenn Sonne schwindet, die letzte Kerze brennt,
Dunkelheit noch wartet und die Welt in Dämm’rung tränkt,

beginnt unser Spiel:

Wir richten Wurzeln, dem einen zum Fall,
Geräusche im Nichts, Versprechen ohne Halt.
Lockt sie auf Fährten, mit Lichtern so sanft,
dann verlasst sie, End des Weges, und labt euch ihrer Angst.

Tänze im Zwielicht, ein Spuk hier und dort,
wir necken die Kleinsten, holen sie Große sind wir fort.
Wir tricksen rasch und ohne Spuren, wie’s sich schickt für ein Phantom,
ein Geschenk dem Mann im Monde, wie er bleich und prächtig thront.

Haltet Mensch und Tier zum Narren, ihr Sprösslinge der Nacht,
brecht ihren Sinn für Hochmut, preist den Schabernack!
Möge unser Schauspiel Marionetten aus ihnen machen,
bis sie, bei funkelnd Morgentau, aus ihrem Wahn erwachen.

Aus Sommertraum, macht schwarzen Winter,
täuscht die Alten, schreckt die Kinder,
bewegt einen Schatten, spielt einen Trick,
Triumph der Schreie lobt euer Geschick!

Wir wagen kühne Streiche, was Echt sei ist nur Schein,
ein Trug ist stets was Feines, fällt ein Neunmalklug herein!
Doch ach, die Nächte enden und Sonnenlicht schmerzt uns sehr,
zur Ruh nun, Völkchen der Finsternis, morgen feiern wir Rückkehr!

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Foto: Chery
Text: Chery

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