Röste Bohnen, nicht die Umwelt – Der Keka Wheat Cup für Coffee to Go

Ich war noch nie der große Kaffeetrinker, als Kind habe ich gern auf dem Schoß von Oma gehockt, Sesamstraße geschaut und meine Leibnizkekse in die Cappuchino-Tasse auf dem Fenstersims getunkt, aber da hörte es auch schon auf. Erst Jahre später im Studium fand ich dann so langsam Geschmack – hust, Notwendigkeit – an dem aromatischen Gebräu, sowohl vor den Deadlines zum pushen, als auch danach als erholsame Entschleunigungsquelle mit einem schönen Stück Kuchen. Die romantische Vorstellung sich in einem französisch angehauchten Café zurück zu lehnen und gemütlich Schluck für Schluck zu genießen, wich jedoch flott der realistischeren Alltagshektik, bei der ich meist mit einem schnellen Coffee-to-Go zum nächsten Meeting eile.

Allerdings liegt mir die Umwelt seit jeher sehr am Herzen und ich versuche stets meinen CO2-Fußabdruck so gering wie möglich zu halten. Deshalb suche ich vor allem in den einfachen, routinierten Dingen nach Anhaltspunkten etwas zu ändern was nicht schwer fällt, in diesem Fall – Schluss mit den unzähligen Pappbechern und Plastikdeckeln! Allein hier in Deutschland landen stündlich um die 320.000 Becher im Müll, für einen Genuss der nur wenige Minuten hält, aber Tag um Tag wiederholt wird. Unterm Strich bedeutet das rund 3 Millarden Einwegbecher im Jahr für die Katz. Das klingt nach einer verdammt großen Katz.

Zum Glück ist hier kein Hexenwerk nötig, um den eigenen Konsum der Wegwerfkrüge zu begrenzen, so machte ich mich im Internet auf die Suche nach einer Alternative. Viele verschiedene Seiten versprachen einen umweltfreundlichen Mehrwegbecher, das Design war ansehnlich, die Größe überzeugend, doch scheiterte es meist am Material. Zwar bestand der Großteil des Produktes oft aus einem natürlichen „Kunststoff“ wie zum Beispiel Bambus, doch unterschlugen die Händler dabei immer wieder die Zugabe von Melaminharz oder anderen artifiziellen Substanzen, die ein Stoffgemisch ergaben, das bei näherer Recherche durchfiel. Genauso hartnäckig hielten sich PVC Verschlüsse und Silikon-Tragringe.

Nach intensiver Suche stieß ich endlich auf Keka – einem Vertrieb der sich auf Cups aus Weizenkornschale und Reiskornschale spezialisiert hatte. Sämtliche Teile des Bechers sind zu 100% ökologisch abbaubar und BPA frei, er lässt sich beliebig oft abspülen, ist natürlich, robust und kommt in verschiedenen Größen daher. Ich entschied mich für ein Fassungsvermögen von 450ml, um morgens auch mal meinen Frühstückstee mit ans Set zu nehmen, die anderen Modelle besaßen 350 und 500ml. Aus vier unterschiedlichen Farben konnte man auf der Website wählen, der pastellige rosa Keka-Cup hatte es mir irgendwie angetan und das simple aber klassische Design konnte sich sehen lassen, das Auge isst, äh, trinkt ja schließlich mit.

Auf den letzten Metern knallte mir aber auch dieser Becher noch einen versteckten Haken vor den Latz – der Versand aus dem Ausland. Nahezu jeder deutsche Anbieter, den ich bei meinem Vorhaben gefunden hatte, schrieb sich groß den Bio-Hipster auf die Fahne, verheimlichte aber bis zum ersten Bestellungsschritt den Versandort aus Amerika oder Fernost. Darüber kann man eigentlich nur den Kopf schütteln, da sich der Keka aber in allen Kriterien am besten geschlagen hatte, biss ich in den sauren Apfel und versuchte mein schlechtes Gewissen mit einer parallelen Spende an den Naturschutzbund aufzufangen. Ich habe meine Fehler, aber Doppelmoral gehört nicht dazu.

Nun halte ich den Cup in Händen und bin begeistert, er ist federleicht, easy zu reinigen, sieht toll aus und es geht ordentlich was rein. Die Verpackung aus Recyclepapier ließ sich leicht entfernen, Hitzeschutzträger, Deckel und Rührstab als Auslauf- und Staubschutz kamen inklusive. Mein neuer Begleiter wandert jetzt regelmäßig beim Bäcker über den Tresen oder wird von Zuhaus befüllt, um mir (und auch ein bisschen der Umwelt) den Morgen zu versüßen.

PS: Nur so nebenbei erwähnt, ich schreibe in diesem Artikel zwar über einen Gegenstand/Produkt, es handelt sich jedoch ausdrücklich nicht um Werbekram, der Post ist weder gesponsert noch mit irgendeiner Firma verbunden. Prost!

Fotos: Chery

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1 Kommentar

  • Jesko

    7. März 2018

    Hey Chery,

    Nachdem ich den Artikel jetzt zum 3. Mal durchgelesen habe, möchte ich dir ein kleines Feedback zu deinem Post geben!
    Deine Einleitung ist dir wirklich sehr gut gelungen, die Anekdote, in der du auf Oma´s Schoß sitzt und deinen Lieblingskeks in den Cappuccino tauchst klingt sehr harmonisch und schön, die Formulierung ist so gut das man es sich sofort bildlich vorstellen kann. Die Idee von etwas so privaten, schönen in ein so ernstes Thema wie Umweltschutz zu wechseln ist sehr schwierig! Aber besser als du es getan hast kann man es nicht umsetzen – Perfekt!

    Alleine, dass man mit so einer Kleinigkeit so viel ausrichten kann (natürlich nur wenn genug Leute mitmachen) ist erstaunlich, aber da sich jeder an seine eigene Nase fassen muss – und sollte – hoffe ich natürlich, dass es sich viele Leute zu Herzen nehmen. (Nur sind sich die meisten Menschen dessen leider nicht bewusst und es wird viel zu selten angesprochen, daher bleibt es auch einfach bei niemandem haften) Umso toller finde ich es, dass Du es tust! Und deine Recherche über den Einwegbecher-Konsum finde ich ausgezeichnet, du hast wirklich die wichtigsten Informationen zusammengesucht und sehr sehr schön verpackt. Man merkt, dass du sehr viel Liebe zum Detail und Korrektheit deiner Angaben hast.

    Das Spektrum an Menschen, die du mit Nekonique erreichst, ist schon sehr groß und ich hoffe das wenigstens jeder 10. sich diesen Artikel zu Herzen nimmt und versucht genauso wie du an die Umwelt zu denken. Damit aus unseren T-Rex Fußabdrücken zärtliche, kleine Hoppelhäschen-Abdrücke werden! xD

    Beim Lesen fällt einem sofort auf, dass dich die Idee des Cups aufrichtig begeistert und dass du deswegen diesen Post verfasst hast. Und nicht weil es ein gesponserter Werbepost ist bzw du gar Amazonlinks raushaust, nur um eine Provision abzugreifen, wie’s so viele andere Blogger tun! Und das finde ich sehr gut! Es ist traurig, wenn Leute bloß Werbung für Umweltschutz machen, nur damit sie später daran verdienen. Zum Glück bist du so nicht – Es wirkt alles sehr authentisch, was man allein darin sieht, dass du dir so viele Gedanken darüber gemacht hast.

    Zu den Bildern – Man merkt, dass du ein unglaubliches Auge fürs Details hast. Die Perspektiven der Bilder sind der Hit! Jedes Einzelne! Bei jedem Bild liegt der Focus auf dem Becher, so wie es sein soll. Aber keins ähnelt dem andren. Es ist eine sehr gute Farbauswahl, (also der Objekte auf den Fotos) und ich weiß nicht ob du es mit Absicht gemacht hast, ABER WENN JA hast du mein vollsten Respekt und bekommst von mir für die Fotos eine 1+ mit Sternchen, dass du deinen Nagellack der Becherfarbe angepasst hast, ist Liebe zum Detail und das haben nur die Wenigsten und Kreativsten Menschen auf diesem kleinem Planeten! Hut ab du gehst gut ab!

    Ich finde es sehr süß und charmant, dass du Geld gespendet hast „nur“ weil du es aus Übersee bestellen musstest. Wobei es ja gar nicht „soooo“ schlimm ist, wenn man sich überlegt das soviel unserer alltäglichen Gebrauchsgegenstände aus dem Fernen Osten oder Amerika kommen. Dennoch, wenn alle sich Gedanken über solcher Art Alternativen machen würden, müssten viel weniger Einmal-Becher produziert werden und wenn jeder erstmal einen Mehrweg hat, müssen keine mehr nachbestellt werden 😉 ERGO: Weniger IMPORT! xD

    Also lange Rede, kurzer Sinn, ist hier mein Fazit:

    -Die familiären Geschichten, die du verbindest mit einem ernsten Thema wie Umweltschutz finde ich sehr gut

    -Deine Übergänge sind überragend

    -Mit deinen Worten malst du Bilder in meinem Kopf

    -Es ist wirklich neutral und sauber formuliert und geschrieben

    -Deine Themenauswahl ist klasse

    -Deine Fotoskills sind auf Weltniveau

    -Es ist ein sehr gelungener Post

    -Optisch ist es auch ein Hit! die Schriftart Auswahl, die Aufteilung des Textest zu den Bildern etc.

    Mach weiter so und du wirst nicht nur eine Weltklasse Regisseurin, sondern auch eine begnadete Kolumnistin und Schriftstellerin.

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